Informationsplattform KMU

KMU in Österreich

Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft. 604.100 Betriebe, 2,46 Millionen Beschäftigte, 169 Milliarden Euro Wertschöpfung — und gleichzeitig besondere Herausforderungen in Sachen Finanzierung, Fachkräfte und Resilienz.

Quellen: KMU im Fokus 2025 (BMWET) · Wallner (2025) Masterarbeit · kmuimfokus.at
604.100KMU in Österreich (2024)
99,7%aller Unternehmen sind KMU
2,46 Mio.Beschäftigte in KMU
169 Mrd. €Beitrag zur Wertschöpfung
EU-Definition

Was ist ein KMU?

Die Europäische Kommission definiert KMU einheitlich nach drei Kriterien: Mitarbeiteranzahl, Jahresumsatz und Bilanzsumme (Empfehlung 2003/361/EG). In Österreich fallen 99,7 % aller Betriebe darunter.

Ein Unternehmen gilt als KMU, wenn es weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigt und entweder einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. € oder eine Bilanzsumme von höchstens 43 Mio. € aufweist. Innerhalb der KMU-Kategorie unterscheidet die EU drei Unterklassen:

KMU-Größenklassen EU-Definition
Mitarbeiter
Umsatz / Bilanz
Kleinstunternehmen
< 10
≤ 2 Mio. €
Kleinunternehmen
< 50
≤ 10 Mio. €
Mittelbetrieb
< 250
≤ 50 Mio. €

Warum sind KMU-Daten für die Insolvenzforschung besonders herausfordernd?

92 % aller österreichischen KMU sind Kleinstbetriebe — sie haben eingeschränkte Offenlegungspflichten, keine Börsendaten und weniger transparente Jahresabschlüsse. Genau hier setzt unser Forschungsprojekt an.

Zum Forschungsprojekt →

Branchen & Wertschöpfung

Die wichtigsten Branchen

KMU prägen alle Sektoren der österreichischen Wirtschaft — von der Industrie bis zum Tourismus. Die drei größten Branchen nach Wertschöpfung:

INDUSTRIE
Herstellung von Waren
72 Mrd. €
24 % der Wertschöpfung · Größter Sektor
HANDEL
Handel
47 Mrd. €
16 % der Wertschöpfung · Hohe KMU-Dichte
BAU & IMMOBILIEN
Bau
26 Mrd. €
9 % · Fokus unserer Insolvenzforschung
IKT
Information & Kommunikation
Hohe Innovation
80–90 % innovationsaktive Unternehmen
TOURISMUS
Beherbergung & Gastronomie
Unter Vor-Corona
Reales Niveau noch nicht erreicht · Risikobranche
TRANSPORT
Verkehr
Geringer Digital.
Zu den am wenigsten digitalisierten Branchen
01
Gründung

37.800

Neugründungen 2024
Quote: 6,2 % (EU: 10,5 %)
02
Wachstum

4.070

Wachstumsunternehmen
46 % wollen wachsen
03
Reife

194.800

Familienunternehmen
32 % aller Betriebe
04
Nachfolge

52.500

Übergaben bis 2034
705.000 Arbeitsplätze
05
Schließung

32.000

Schließungen 2024
Quote: 5,3 % (EU: 8,2 %)
Stärken & Herausforderungen

Was kann Österreich — und wo hakt es?

Österreichische KMU sind international stark, exportorientiert und innovativ. Gleichzeitig bremsen Bürokratie, Fachkräftemangel und hohe Kosten das Wachstum. Alle Daten: KMU im Fokus 2025, BMWET.

Stärken Österreichs
44 %
ExportquoteÖsterreichische KMU exportieren deutlich mehr als der EU-Schnitt (28 %).
171
Hidden Champions19 pro Mio. Einwohner — gemeinsam mit DE & CH Höchstwert in Europa.
73 %
FinanzierungszugangBewerten Zugang zu Kapital als gut (EU: 52 %).
31 %
Grüne InnovationFührten ökologische Innovationen ein (EU: 21 %).
29 %
KI-EinsatzNutzen bereits Künstliche Intelligenz (EU: 19 %).
Herausforderungen
83 %
BürokratielastSehen administrative Hürden als Problem (EU: 64 %).
70 %+
ArbeitskostenSehen hohe Personalkosten als Wettbewerbshemmnis.
43 %
FachkräftemangelNur 43 % bewerten Fachkräfteangebot positiv (EU: 55 %).
0,04 %
Venture CapitalNur 38,6 % des EU-Niveaus — großes Defizit bei Risikokapital.
-26,9 %
Eigenkapital bei InsolvenzDurchschn. EK-Quote insolventer Bau-KMU vor Insolvenz. (Wallner 2025)
Österreich im EU-Vergleich

Wo steht Österreich?

Starke Exportquote, solide Innovationsrate — aber Nachholbedarf bei Venture Capital, Digitalisierung und Gründungsrate.

Exportquote KMU
Österreich
44 %
EU-Schnitt
28 %
Innovationsrate KMU
Österreich
55 %
EU-Schnitt
50 %
KI-Nutzung in KMU
Österreich
29 %
EU-Schnitt
19 %
Gründungsrate
Österreich
6,2 %
EU-Schnitt
10,5 %
5-Jahres-Überlebensrate
Österreich
54 %
EU-Schnitt
46 %
Bürokratiebelastung
Österreich
83 %
EU-Schnitt
64 %
Forschungsrelevanz

Warum sind KMU-Insolvenzen so relevant?

KMU sind wirtschaftlich zentral — und gleichzeitig überdurchschnittlich insolvenzgefährdet. Das macht frühzeitige Prognose so wichtig.

„KMU stellen zwar 99,7 % aller Betriebe, verfügen aber oft nur über begrenzte Kapitalausstattung, geringe finanzielle Transparenz und hohe Sensitivität gegenüber makroökonomischen Schwankungen — das macht sie besonders insolvenzanfällig.“

Wallner (2025): Masterarbeit · FH Oberösterreich · Campus Steyr

Insolvenzen österreichischer KMU im Detail

Entwicklung der Firmenpleiten 2003–2024, Top-Branchen, Ursachen und Folgen — und was das für die Prognoseforschung bedeutet.

Zur Insolvenz-Seite →

SMEDefault Prediction

Datengetriebene Kreditausfallprognose für nicht-börsennotierte österreichische KMU — OeNB Jubiläumsfonds.

Laufzeit 2025–2028
OeNB Jubiläumsfonds
FH OÖ · Campus Steyr
Partner
OeNB
Österr. Nationalbank
Fördergeber
KSV
KSV1870
Praxispartner
FH
FH Oberösterreich
Campus Steyr
Kontakt
Projektleiter
FH-Prof. Mag. Dr. Stefan Fink
Team
Sarah Wallner, MA
Prof. Dr. Lisa Perkhofer
FH-Prof MMag. Dr. Susanne Leitner-Hanetseder
Institution
FH OÖ · Campus Steyr · CRF
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