KMU in Österreich
Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft. 604.100 Betriebe, 2,46 Millionen Beschäftigte, 169 Milliarden Euro Wertschöpfung — und gleichzeitig besondere Herausforderungen in Sachen Finanzierung, Fachkräfte und Resilienz.
Was ist ein KMU?
Die Europäische Kommission definiert KMU einheitlich nach drei Kriterien: Mitarbeiteranzahl, Jahresumsatz und Bilanzsumme (Empfehlung 2003/361/EG). In Österreich fallen 99,7 % aller Betriebe darunter.
Ein Unternehmen gilt als KMU, wenn es weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigt und entweder einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. € oder eine Bilanzsumme von höchstens 43 Mio. € aufweist. Innerhalb der KMU-Kategorie unterscheidet die EU drei Unterklassen:
Warum sind KMU-Daten für die Insolvenzforschung besonders herausfordernd?
92 % aller österreichischen KMU sind Kleinstbetriebe — sie haben eingeschränkte Offenlegungspflichten, keine Börsendaten und weniger transparente Jahresabschlüsse. Genau hier setzt unser Forschungsprojekt an.
Die wichtigsten Branchen
KMU prägen alle Sektoren der österreichischen Wirtschaft — von der Industrie bis zum Tourismus. Die drei größten Branchen nach Wertschöpfung:
37.800
Quote: 6,2 % (EU: 10,5 %)
4.070
46 % wollen wachsen
194.800
32 % aller Betriebe
52.500
705.000 Arbeitsplätze
32.000
Quote: 5,3 % (EU: 8,2 %)
Was kann Österreich — und wo hakt es?
Österreichische KMU sind international stark, exportorientiert und innovativ. Gleichzeitig bremsen Bürokratie, Fachkräftemangel und hohe Kosten das Wachstum. Alle Daten: KMU im Fokus 2025, BMWET.
Wo steht Österreich?
Starke Exportquote, solide Innovationsrate — aber Nachholbedarf bei Venture Capital, Digitalisierung und Gründungsrate.
Warum sind KMU-Insolvenzen so relevant?
KMU sind wirtschaftlich zentral — und gleichzeitig überdurchschnittlich insolvenzgefährdet. Das macht frühzeitige Prognose so wichtig.
„KMU stellen zwar 99,7 % aller Betriebe, verfügen aber oft nur über begrenzte Kapitalausstattung, geringe finanzielle Transparenz und hohe Sensitivität gegenüber makroökonomischen Schwankungen — das macht sie besonders insolvenzanfällig.“
Insolvenzen österreichischer KMU im Detail
Entwicklung der Firmenpleiten 2003–2024, Top-Branchen, Ursachen und Folgen — und was das für die Prognoseforschung bedeutet.