Insolvenzprognose in der Literatur
Die Forschung zur Insolvenzprognose reicht von univariaten Kennzahlenanalysen der 1960er Jahre bis hin zu modernen Large Language Models. Diese Seite bietet einen strukturierten Überblick — von den historischen Meilensteinen bis zum systematischen 8-Schritte-Prozess der datengetriebenen Modellierung.
Von Beaver bis BERT — 60 Jahre Forschungsgeschichte
90% Genauigkeit (1 Jahr vor Insolvenz)
94% Genauigkeit (1 Jahr)
Verbesserte Langfristprognose
Methodische Grundlage
Dynamische Prognose
Bis zu 96% Genauigkeit
NLP-Pionierarbeit
State of the Art
Die 8 Schritte der datengetriebenen Insolvenzprognose
Data Acquisition
Data Preprocessing
Feature Selection
Feature Engineering
Dataset Generation
Modelling
Model Evaluation
Model Comparison
Variablen in der Insolvenzprognose
Finanzkennzahlen (Strukturiert)
Nicht-Finanzielle Variablen
Makro- & Textdaten (Unstrukturiert)
Die wichtigsten Evaluierungsmetriken
Offene Forschungsfragen & Lücken
Fokus auf börsennotierte Unternehmen
Über 90% der Studien analysieren börsennotierte Unternehmen. Nicht-börsennotierte KMU — das Rückgrat europäischer Volkswirtschaften — sind massiv unterrepräsentiert.
Fehlende Längsschnittdaten für KMU
Longitudinale Datensätze über mehrere Konjunkturzyklen für nicht-börsennotierte KMU sind selten. Österreichische Spezifika (URG, Offenlegungspflichten) wurden kaum untersucht.
Unstrukturierte Textdaten weitgehend unerforscht
Nur wenige Studien integrieren NLP-basierte Features für KMU-Prognosen. Nachrichtenartikel als Frühwarnsignal sind für nicht-börsennotierte Unternehmen praktisch nicht untersucht.
Makroökonomische Integration
Sektoral- und regionalgranulare Makrodaten (NACE × NUTS-3) werden in der KMU-Insolvenzforschung kaum genutzt, obwohl Eurostat umfangreiche Daten bereitstellt.
Zeitverzögerung der Finanzdaten
Die Publikationsverzögerung von Jahresabschlüssen nicht-börsennotierter Unternehmen (teils 18+ Monate) wird in Modellen selten adäquat berücksichtigt.
Branchenspezifische Modelle
Generische Modelle versagen bei branchenspezifischen Risikoprofilen. Sektorspezifische Modelle (Baugewerbe, Handel, Dienstleistungen) sind für KMU noch selten.