Staatspreise zählen zu den höchsten Auszeichnungen der Republik Österreich. Sarah Wallner wurde als Absolventin eines wirtschaftswissenschaftlichen Masterstudiums für ihre hervorragenden Studienleistungen mit dem Würdigungspreis des Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung ausgezeichnet. Damit gehört sie zu einem exklusiven Kreis von Absolventinnen und Absolventen, deren wissenschaftliche Arbeiten durch besondere Qualität und Relevanz überzeugen.
Mit ihrer Masterarbeit zum Thema
„Predictive Analytics für KMU-Insolvenzen in Österreich: ein Methodenvergleich von klassischen und modernen Machine-Learning-Ansätzen unter Berücksichtigung von finanziellen, nicht-finanziellen und makroökonomischen Variablen“
Im Rahmen der feierlichen Verleihung wurden die besten Absolventinnen und Absolventen österreichischer Diplom- und Masterstudiengänge mit dem Würdigungspreis ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vom zuständigen Bundesministerium vergeben und würdigt exzellente akademische Leistungen an Universitäten, Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen in ganz Österreich.
In ihrer Masterarbeit widmet sich Sarah Wallner der Insolvenzprognose von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), die mit einem Anteil von 99,8 % aller Unternehmen das Rückgrat der österreichischen Wirtschaft bilden, zugleich jedoch eine überdurchschnittlich hohe Insolvenzanfälligkeit aufweisen. Im Fokus der empirischen Analyse stehen österreichische kleine und mittlere Bauunternehmen – eine Branche, die als besonders konjunktur- und risikosensitiv gilt.
Die Arbeit vergleicht klassische statistische Verfahren mit modernen Machine-Learning-Ansätzen zur Vorhersage von Unternehmensinsolvenzen und integriert dabei finanzielle, nicht-finanzielle sowie makroökonomische Variablen. Die Ergebnisse zeigen, dass maschinelle Lernverfahren eine höhere Prognosegüte erzielen als traditionelle Modelle. Trotz eingeschränkter Finanzdatenverfügbarkeit bei KMU erweist sich die Eigenkapitalquote als zentraler Indikator für Insolvenzrisiken. Darüber hinaus liefern nicht-finanzielle Variablen wie Unternehmensalter und Standort einen zusätzlichen Erklärungsbeitrag, während makroökonomische Einflussfaktoren keinen signifikanten Mehrwert für die Modellleistung zeigen.
Über ihre Auszeichnung sagt Sarah Wallner sinngemäß, dass sie die Anerkennung als große Ehre empfindet. Besonders motivierend sei für sie die Möglichkeit gewesen, ein hochrelevantes wirtschaftliches Problem mit modernen datenbasierten Methoden empirisch zu untersuchen und damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Insolvenz- und Risikoforschung in Österreich zu leisten.